In Memoriam Prof. Dr. Rudolf Kippenhahn

Die Sternwarte Peterberg trauert mit vielen Astronomen weltweit um den am 15.11.2020 verstorbenen Astrophysiker und Buchautor Rudolf Kippenhahn.

Er wurde am 24.5.1926 in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Bereits während seiner Jugendzeit interessierte er sich für Astronomie und begann 1945 ein Physik- und Mathematikstudium in Erlangen. In den Jahren 1951-1957 war er als Assistent an der Karl-Remeis-Sternwarte in Bamberg tätig. Nach seiner Habilitation ging er an das May-Planck-Institut für Physik in Göttingen und später nach München.

Von 1965 bis 1975 war er Professor für Astronomie und Astrophysik in Göttingen. In dieser Zeit nutzte er die aufkommende Rechenleistung der ersten Computer und entwickelte die ersten Simulationen zum Aufbau und zur Entwicklung der Sterne. Im Jahr 1975 wurde er zum Direktor des Max-Planck-Instituts für Astrophysik ernannt. Diese Position hatte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1991 inne.

Seit 1970 war er Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften, seit 1972 der Leopoldina. Im Jahre 2005 ehrte ihn die Royal Astronomical Society mit der Eddington-Medaille für seine wissenschaftlichen Verdienste um die Berechnung des Sternaufbaus und der Sternentwicklung. Neben zahlreichen weiteren Ehrungen erhielt er 2007 auch die Karl-Schwarzschild-Medaille. Sein mit Ali Weigert verfasstes Buch „Stellar Structure and Evolution” gehört heute zu den Standardwerken der Astrophysik.

In den 1990er Jahren veröffentlichte Rudolf Kippenhahn auch zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher, die sicherlich auch von vielen Amateurastronomen gelesen wurden.

Rudolf Kippenhahn besuchte im Jahr 1997 die Eröffnung der Sternwarte Peterberg und ist somit auch den Gründungsmitgliedern der Sternwarte noch in Erinnerung. Er wurde 94 Jahre alt.


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